Fellowship

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Voraussetzungen:
Es wird eine Grundausbildung in der allgemeinen Radiologie (Facharztreife oder absolvierte Facharztprüfung) erwartet und Kenntnisse in der Kinderradiologie sowie das Ziel, später auch kinderradiologisch tätig zu werden.

Beschreibung des Fellowships:
Das Fellowship in Kinderradiologie wird von der Kinderradiologie des Institutes für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie der Universitätsklinik Inselspital Bern angeboten. Die Kinderradiologie unter der Leitung von Dr. Wolf verfügt über eine Ausbildungsberechtigung von maximal 2 Jahren zur Erlangung des Schwerpunkttitels für Kinderradiologie. Es werden ein- oder zweijährige Fellowships angeboten.
Die Kinderklinik des Inselspitals Bern ist ein tertiäres Zentrum (Kategorie A), welches alle klinischen Disziplinen der Kinderheilkunde und Kinderchirurgie anbietet. Es ist neben dem Bettenhaus mit einer Notfallstation, einer pädiatrischen Intensivstation, Neonatologie, OPS und einer viel frequentierten medizinischen und chirurgischen Poliklinik ausgestattet.
Die Ausbildung findet in der Kinderradiologie der Kinderklinik statt (Rapporte, US, CR, DL, Interventionen, Biopsien) und im Bereich der allgemeinen Radiologie (DIPR) in den Bereichen MRT und CT.

Ziele:
Die Ziele des Fellowships sind, Fachkompetenz in allen Aspekten der Kinderradiologie für ein selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten zu erlangen sowie in Grundzügen das wissenschaftliche Arbeiten zu erlernen.

Supervision und Evaluation:
Die Supervision erfolgt durch die im Institut tätigen Fachärzte (Pädiatrische Radiologen) und orientiert sich an der Rotationsstruktur.
Es finden in 3-monatigen Abständen Evaluationsgespräche statt, sowie je nach Situation informelle Ad-hoc-Zwischengespräche.
Am Ende des Fellowships erfolgt die formelle Evaluation und das Ausstellen der strukturierten Zeugnisformulare.
1. Konferenzen
2. Dienste
3. Absenzen

Auszug aus der Weiterbildungsordnung der FMH
Schwerpunkt pädiatrische Radiologie:

1. Allgemeines
Mit der Weiterbildung in Pädiatrischer Radiologie gemäss dem vorliegenden Programm soll der Facharzt für Radiologie auf der Basis der erworbenen radiologischen Weiterbildung die speziellen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die ihn befähigen, selbständig und in eigener Verantwortung im gesamten Gebiet der Pädiatrischen Radiologie tätig zu sein. Dies beinhaltet die Indikationsüberprüfung, Durchführung und Interpretation der Bildgebung von Feten, Früh- und Neugeborenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung der aktuell anerkannten Untersuchungsmethoden.
Daraus ergibt sich:

1) die konsiliarische Kompetenz für radiologisch-diagnostische Anfragen und Probleme, die das Kind im Spital und in der Praxis betreffen;

2) die Kontinuität und Evolution der Dienstleistung auf dem Gebiet der pädiatrisch-radiologischen Diagnostik und Intervention.

2. Dauer, Gliederung und weitere Bestimmungen

2.1 Dauer und Gliederung der Weiterbildung
Die Weiterbildung zur Erlangung des Schwerpunktes pädiatrische Radiologie dauert zwei Jahre.

2.1.1 Ein Jahr der fachspezifischen Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie kann für den Schwerpunkt pädiatrische Radiologie geltend gemacht werden, wenn es vollständig und kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungsstätte für pädiatrische Radiologie absolviert wird.

2.1.2 Die Weiterbildung muss während insgesamt zwei Jahren in einer regulären Assistenz- oder Oberarztstelle ausschliesslich in Pädiatrischer Radiologie erfolgen.

2.1.3 Mindestens ein Jahr Weiterbildung in Pädiatrischer Radiologie muss an einer anerkannten Weiterbildungsstätte der Kategorie A absolviert werden.

2.2 Weitere Bestimmungen

2.2.1 Voraussetzungen für den Erwerb des Schwerpunktes sind der Facharzttitel für Radiologie sowie die Mitgliedschaft bei der FMH.

2.2.2. Das Weiterbildungsprotokoll (gemäss Ziffer 3.2) ist als integrierender Bestandteil dem Gesuch zur Verleihung des Schwerpunktes beizulegen.

2.2.3 Nachweis über den Erwerb von 30 spezifischen pädiatrischradiologischen Fortbildungs-Credits an mindestens zwei nationalen und mindestens einem internationalen Kongress bzw. Fortbildungskurs. Teilnahme an mindestens einer Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (SGPR).

2.2.4 Die ganze Weiterbildung kann in Teilzeit (mindestens 50%-Pensum) mit entsprechend längerer Dauer absolviert werden. (Art. 32 WBO)

3. INHALT DER WEITERBILDUNG

3.1 Theoretische Kenntnisse
• Kenntnisse der Embryologie, Anatomie und Physiologie sowie der pathologischen Anatomie und Pathophysiologie der Organsysteme des Frühund Termingeborenen, des Säuglings, des Kleinkindes, des älteren Kindes und des Adoleszenten.

• Fähigkeit, eine klinische Notfallsituation im Zusammenhang mit dem bilddiagnostischen oder interventionellen Prozedere zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

• Detaillierte Kenntnisse der Indikationen, Kontraindikationen, Untersuchungsprinzipien und Komplikationsmöglichkeiten der aktuell in der Pädiatrischen Radiologie zur Anwendung gelangenden diagnostischen und interventionellen Methoden.

• Detaillierte Kenntnisse der normalen anatomischen Entwicklung und ihrer Varianten, wie sie sich in den verschiedenen bilddiagnostischen Methoden darstellen.

• Detaillierte Kenntnisse und Verständnis der pädiatrisch-radiologischen Diagnostik und Differentialdiagnostik von Missbildungen, Entwicklungsstörungen, Erkrankungen und Verletzungen aller pädiatrischen Altersgruppen.

• Fähigkeit, eine pädiatrisch-radiologische Falldemonstration selbständig durchzuführen und die Befunde zu diskutieren.

• Aufdatierte Kenntnis der relevanten Lehrmedien und Fachzeitschriften für pädiatrische Radiologie.
3.2 Praktische Erfahrung

3.2.1 Allgemeines
Die praktische Weiterbildung erfolgt unter Anleitung, bzw. Supervision (vgl. Ziffer 5). Die regelmässige Teilnahme an interdisziplinären Konferenzen (Pädiatrie, Kinderchirurgie, pädiatrische Subdisziplinen) ist ein obligater Bestandteil der praktischen Weiterbildung (vgl. Ziffer 5).

3.2.2 Spezielle Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten
• Fähigkeit zum kindgerechten Umgang mit den Patienten vor, während und nach einer diagnostischen oder interventionellen Massnahme.

• Fähigkeit zum adäquaten Umgang mit Eltern und andern Begleitpersonen.

• Detaillierte Kenntnisse des Untersuchungsganges und der Abklärungstechnik unter Berücksichtigung der notwendigen Strahlenschutzmassnahmen.

• Fähigkeit zur Interpretation aller beim Kind angewendeten konventionellradiologischen Untersuchungen.

• Indikationsüberprüfung, Durchführung und Interpretation von Ultraschalluntersuchungen inkl. Dopplersonographie in allen pädiatrischen Altersstufen.

• Kenntnis der fetalen Bildgebung und Interpretation von Ultraschalluntersuchungen beim Kind (insbesondere des Gehirns beim Neugeborenen und Säugling, des Thorax (exklusive Echokardiographie), des Abdomens, der Hüften und der Weichteile). Erfahrung und Fertigkeit in der Anwendung der Dopplersonographie beim Kind.

• Indikationsüberprüfung, Durchführung und Interpretation von Untersuchungen (CT) beim Kind, unter Berücksichtigung angemessener Strahlenschutzmassnahmen.

• Indikationsüberprüfung, Durchführung und Interpretation von Magnetresonanztomographien (MR) beim Kind.

• Kenntnis der Indikationen und Fähigkeiten zur Interpretation von Angiographien beim Kind.

• Kenntnis der Indikationen und Untersuchungstechniken sowie Fähigkeiten zur Interpretation der beim Kind angewendeten nuklearmedizinischen Untersuchungen.

• Fähigkeit, selbstständig einen pädiatrischen Notfall bilddiagnostisch adäquat abzuklären.

• Kenntnis der im Zusammenhang mit bilddiagnostischen Massnahmen notwendigen Sedierungstechnik beim Kind.

• Fähigkeit, einen pädiatrisch-radiologischen Zwischenfall zu erkennen und die notwendigen Sofortmassnahmen zu treffen.

3.2.3 Erforderliche Minimalzahl der Untersuchungen und Interventionen
Zur Erlangung des Schwerpunktes pädiatrische Radiologie und der dazu notwendigen praktischen Erfahrung muss der Kandidat eine Minimalzahl von Untersuchungen und Eingriffen unter direkter oder indirekter Supervision durchführen und interpretieren,vom Leiter der jeweiligen Weiterbildungsstätte zu bestätigen:

Skelett
Schädel, inkl. Teilaufnahmen 100
Wirbelsäule 100
Becken 100
Extremitäten (inkl. 50 Knochenalter-Bestimmungen) 1'000
Thorax/Thoraxorgane 1000 davon bei Neugeborenen 200
Abdomen-Übersicht 200
Durchleuchtungsuntersuchungen Gastrointestinaltrakt inkl. Invaginationsreposition 100
Ausscheidungsurographie (IVP), Miktionszystourethrographie (MCUG) und Genitographie 200
Interventionelle Massnahmen und spezielle Kontrastmitteluntersuchungen
(Biopsie, Abszess- und Zystendrainage, Nephrostomie, Fistulographie, postoperative lokale Kontrastdarstellungen, etc.) 10
Ultrasonographie
Abdomen (inkl. Beckenorgane) 800
Urogenitale Sonographien 400
Thorax 20
Hoden inkl. Dopplersonographie 50
Neurosonographie (kranial und spinal) 200
Hüften beim Neugeborenen und Säugling (Technik nach Graf)
Weichteile / Muskuloskelettal 100
Doppleruntersuchungen (Farb- und Spektral-Doppler-Technik) 100
Computer-Tomographie (CT) 150
Magnet-Resonanz-Untersuchung (MRI) 300

5. Kriterien für die Einteilung der Weiterbildungsstätten
5.1 Allgemeine Kriterien, geltend für alle Weiterbildungsstätten

• Schriftlich formuliertes Programm der zu erreichenden Lernziele (Kenntnisse und Fertigkeiten gemäss Ziffer 3).

• Definiertes Rotationsprogramm

• Regelmässige interne Weiterbildungsveranstaltungen, inkl. fallbezogene Instruktion durch ärztliche Spezialisten

• Regelmässige fächerübergreifende Konferenzen

• Gesicherter Besuch auswärtiger Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen

• Systematisch geordnete Fallsammlung und Fachliteratur für pädiatrische Radiologie

5.2 Kategorien der Weiterbildungsstätten
Die für den Erwerb des Schwerpunktes pädiatrische Radiologie anerkannten Weiterbildungsstätten in Pädiatrischer Radiologie werden in zwei Kategorien (A und B) eingeteilt:
5.2.1 Kategorie A (anerkannte Weiterbildungsdauer 2 Jahre) Pädiatrisch-radiologische Abteilungen, die folgende Bedingungen erfüllen:
• Der hauptamtliche Leiter muss ausschliesslich in pädiatrischer Radiologie tätig sein und den Schwerpunkt für pädiatrische Radiologie besitzen.

• Es muss eine methodisch und inhaltlich vollständige pädiatrischradiologische Weiterbildung gewährleistet sein.

• Es muss mindestens eine reguläre Assistenten- oder Oberarztstelle vorhanden sein (vollamtliche Rotationsperioden von mindestens 6 Monaten).

• Im betreffenden Spital müssen selbständige Kliniken für Pädiatrie und Pädiatrische Chirurgie vorhanden sein.

• Es muss ein pädiatrisch-radiologischer Notfalldienst gewährleistet sein.

• Es müssen wöchentlich interne Weiterbildungsveranstaltungen in Pädiatrischer Radiologie für Assistenzärzte durchgeführt werden.

• Es müssen wöchentlich interdisziplinäre Konferenzen, Rapporte, Fallbesprechungen mit Pädiatern und Kinderchirurgen stattfinden.

• Mindestzahl der jährlich durchgeführten Untersuchungen: 10'000.

• Der Zugang zu CT- und MR-Geräten für pädiatrische Untersuchungen muss gewährleistet sein.